Autor Thema: Dioramen Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35  (Gelesen 1641 mal)

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coporado

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Dioramen Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« am: 07. Oktober 2019, 16:16:35 »
Moin zusammen,

back to the roots geht es mit meinem neuen Projekt wieder in die 1/35- Welt. Geplant ist eine kleine Vignette mit einer Szene aus Magdeburg.

Es gibt ein Foto, welches mich sofort gepackt hat und schon länger darauf wartet umgesetzt zu werden. Als ich das Foto bzw. den Gesichtsausdruck des jungen Deutschen das erste Mal gesehen habe, ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen, auf der anderen Seite versprüht der Ausdruck für mich aber auch einen Hoffnungsschimmer und Erleichterung, dass es vorbei ist.

Denke das Foto spricht für sich: http://files.homepagemodules.de/b260008/f7t140p32901n2_gcewbiaj.png

Soviel zum Hintergrund, nun zum Modell.

Vorweggenommen:
Ich bin mir nicht sicher ob es sich auf dem Foto tatsächlich um einen deutschen Soldaten in Uniform handelt oder einen Zivilisten. Ist mir für das Projekt auch nicht so wichtig, mir kommt es hier auf die Stimmung an.

Zum Einsatz kommt eine Figur von

Stalingrad
https://www.scalemates.com/kits/stalingrad-s-3158-german-pow-1944-1945--1048692

und einer aus dem Dragonset Advance to the Rhine
https://www.scalemates.com/kits/dragon-6271-us-1st-army--108338

Beide Figuren passten aus der Schachtel nicht, so ist der Ami aus dem Set zusammengewürfelt und hat einen anderen Kopf bekommen.
Beim Deutschen habe ich ebenfalls den Kopf getauscht, die Fußhaltung geändert und ein Stück Tasche aufmodelliert in die der Ami gerade greift.

Außerdem habe ich das M1 des Amis noch etwas aufgewertet. Der Riemen ist aus Senftube und Ätzteilresten entstanden. Hatte mal irgendwo ne DIY- Anleitung dazu gefunden, funktioniert prima.

Überlege evtl. noch eine Dritte Figur dazuzunehmen - entweder den Kollegen im Hintergrund mit der weißen Fahne in der Hand (vermute mal auch ein Ami) oder einen Ami der in der Blickrichtung des Deutschen steht. Was meint ihr?

Die Base soll klein werden, eben nur den Ausschnitt des Fotos zeigen, seitlich eine Wand und ein Treppenaufgang. Zum Foto ist angegeben, dass die Szene in einem Bunker fotografiert wurde. Das Drumherum sieht mir allerdings nicht nach Bunker, sondern eher nach einem Hausflur/ Treppenaufgang aus. Der Anstrich der Wand sowie auch die zu erahnenden Treppenstufen aus Holz führen mich zu der Annahme. Ich habe dazu auch mal die Kollegen im Forum Kultur- und Heimatverein Magdeburg (woher das Foto stammt) angeschrieben, ob es evtl. weitere Angaben dazu gibt.

Bin für Meinungen/ Anregungen und jegliche Denkerei ins Blaue offen und dankbar  :P

Gruß
Sascha  :winken:

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #1 am: 07. Oktober 2019, 17:18:10 »
Na da setzt ich mich doch mal (wieder) dazu :P. Wiedermal ein sehr interessantes Thema, mit Heimatbezug :klatsch:

Servus
Simon :winken:

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #2 am: 07. Oktober 2019, 17:33:08 »
Dunnerschlach, du gehst aber ran... 8o

Ich denke ich würde da nicht´s mehr zu stellen, die Szene und vor allem der Gesichtsausdruck des armen Kerl´s sprechen Bände, da würde eine weitere Figur eher von der Situation ablenken...

Peter  :winken:

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #3 am: 07. Oktober 2019, 22:02:45 »
Servus Sascha,

geht ja wie's Katzerlmachen bei Dir. :3:

Ich würde auch keinen dritten Soldaten dazustellen. :2: Mumm hat's ja sehr schön erklärt.

Vom Treppenhaus kann ich auf dem Bild nicht viel erkennen.
Da würde ich mal mein Materiallager durchforsten und nach dessen Inhalt entscheiden, ob ein Bunker oder ein ziviles Gebäude nachgestellt wird.

Allerdings würde ein Bunker die Untergangsstimmung weiter hervorheben, denke ich jedenfalls.
Und wenn es so richtig bedrückend wirken soll, könnte man eine tiefliegende Decke einziehen, so daß der Betrachter quasi in die Vignette hereinschauen muß.
Diesen Anblich könntest Du nach Fertigstellung der Szene ja mit ein paar Pappdeckeln simulieren.

Mit schönem Gruß
Christoph
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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #4 am: 07. Oktober 2019, 23:07:45 »
Hallo Sascha,

grade überlege ich mir, was wohl als nächstes Deiner 109 folgt, da haust Du uns schon den nächsten Hammer um die Ohren, wenn auch einen kleinen. Ich bin sehr auf die Figuren gespannt. Der Gefangene gefällt mir sehr gut.

Bezüglich Deines Bildes, gehe ich mit Dir konform, das das eher ein Hausflur ist, und die Personen keine Soldaten, sondern Zivilisten.

Viele Grüße
Andreas

coporado

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #5 am: 08. Oktober 2019, 06:59:50 »
Moin

Na da setzt ich mich doch mal (wieder) dazu :P. Wiedermal ein sehr interessantes Thema, mit Heimatbezug :klatsch

Schön das du mit dabei bist, Simon!  :P

Ich denke ich würde da nicht´s mehr zu stellen, die Szene und vor allem der Gesichtsausdruck des armen Kerl´s sprechen Bände, da würde eine weitere Figur eher von der Situation ablenken...

Ich würde auch keinen dritten Soldaten dazustellen. :2: Mumm hat's ja sehr schön erklärt.

Peter, Christoph - dankeschön und prima das ihr mit dabei seid! Nach euren Kommentaren bin ich sicher, dass die beiden Figuren ausreichend sind und hier das Weniger ist Mehr die Szene am Besten widergibt  :P

geht ja wie's Katzerlmachen bei Dir. :3:
Ich hab mein Süddeutsch - Norddeutsch Wörterbuch gerade nicht zur Hand, kannst du das bitte einmal für ein Nordlicht übersetzen?  :7: :7: :7:

Vom Treppenhaus kann ich auf dem Bild nicht viel erkennen.
Da würde ich mal mein Materiallager durchforsten und nach dessen Inhalt entscheiden, ob ein Bunker oder ein ziviles Gebäude nachgestellt wird.

Für das Treppenhaus spricht relativ eindeutig die zweifarbige Wand und man kann auf dem Bild im linken, unteren Bereich Treppenstufen erahnen (hellere Stellen). Gegen einen Bunker spricht mMn auch, dass der Deutsche und der dahinter folgende Kollege wohl Treppenstufen "heruntergehen" bzw. gegangen sind. Damit müsste es ein höher gelegener Bunker oder befestigter Kampfstand sein - die es in Magdeburg nicht gab.

Und wenn es so richtig bedrückend wirken soll, könnte man eine tiefliegende Decke einziehen, so daß der Betrachter quasi in die Vignette hereinschauen muß.

Die Idee werde ich mal aufnehmen und schauen ob man das auch mit einem demolierten Treppenhaus hinbekommt. Denkbar wäre ja ein Widerstandsnest in einem ausgebombten Haus.

Diesen Anblich könntest Du nach Fertigstellung der Szene ja mit ein paar Pappdeckeln simulieren.

Wie meinst du das mit den Pappdeckeln?  ?(

Bezüglich Deines Bildes, gehe ich mit Dir konform, das das eher ein Hausflur ist, und die Personen keine Soldaten, sondern Zivilisten.

Schön das du mit an Board bist, Andreas! Ob Zivilist oder nicht ist echt fraglich. Dagegen spricht mMn der Mantel, der sieht nach Uniform aus. Was er drunter trägt sieht eher nicht nach Uniform, zumindest nicht nach Wehrmacht, aus. Könnte ggf. eine Panzeruniform sein.
Gruß
Sascha  :winken:

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Uwe K.

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #6 am: 08. Oktober 2019, 09:24:07 »
Ouha, das schaut aber schon sehr interesant aus.
Da bleib ich mal gespannt dabei...

Drache74

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #7 am: 08. Oktober 2019, 13:16:01 »
Hallo Sascha,

könnte es auch in die Richtung Letztes Aufgebot, also Volkssturm bei den Personen gehen? Ich glaube, die sind ja auch in zivilen Klamotten rumgerannt, zumindest teilweise.

Viele Grüße
Andreas

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #8 am: 08. Oktober 2019, 13:57:57 »
Hallo Andreas,
ich denke, dafür sieht der Mann zu jung oder zu alt aus. Will sagen, er passt höchstens in Aufgebot II, wo eigentlich wehrpflichte Männer drin waren, die aber beruflich unabkömmlich waren.

Ein interessantes Projekt, wo ich gerne über die Schulter schau.  :1:
Ich würde mich nicht so sehr auf das Foto fokussieren. Die Mimik deiner Figur sagt alles aus, was wichtig ist. Ob das nun in einem Treppenhaus oder Bunker ist, ist IMHO zweitrangig.
lieben Gruss,

Martin
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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #9 am: 08. Oktober 2019, 16:01:41 »
Servus Sascha,
bei Dir kommt man ja kaum zu Atem  :5:. Gerade ist die Bruchlandung in der Galerie, schon werkelst Du am nächsten Thema  8o

Ich habe mir natürlich das Foto schon angeschaut und auch das historische Umfeld der "Letzten Kampfhandlungen in Magdeburg" (ja, ja, ich habe die Stelle im Nexusboard schon gefunden. Leider sind dort die Fotos alle entfernt worden). Hier mein Eindruck:

1. Das ist eindeutig in einem Treppenaufgang, die Personen kommen die Treppe herunter, der GI empfängt sie unten.
2. Die Person im Hintergrund trägt m.E. einen weißen Arztkittel über einer Uniform. Es ist ein Kragenspiegel zu erkennen, aber leider nicht zu identifizieren. Er hat ein m.E. blutverschmiertes oder groß kariertes Handtuch in der Hand.
3. Die Person im Vordergrund trägt m.E. eindeutig Uniform und Uniform-Mantel. Unter dem Kinn ist m.E. sogar Lametta erkennbar. Der Soldat ist m.E. kein einfacher Landser. Dafür ist er mir zu dem Zeitpunkt (17./18.04.1945) zu sauber rasiert und zu sauber gekämmt. Mantel und Uniform sind auch ziemlich sauber. An den Schulterklappen des Mantels ist ein heller Rand erkennbar, also m.E. Dienstgrad Uffz aufwärts. Für mich vom Gesamthabitus eher ein Offizier im Alter mitte Zwanzig. Der Mann ist gerade eben leicht verwundet worden. Blut läuft am rechten Arm entlang, es ist an seiner rechten Seite Blut auf Kragen und Revers des Mantels erkennbar. Der Mann presst mit seiner rechten Hand ein Verbandspäckchen, Verbandsmull oder ein zusammengeknülltes weißes Tuch gegen die Region rechte Wange, rechtes Ohr, rechte Halsseite. Möglicherweise hat ihn der Arzt gerade versorgt oder wollte das gerade tun, als sie von den Amerikanern überrascht wurden.
4. Ort ist vielleicht eine Verteidigungsstellung oder ein Gefechtsstand in einem Haus auf der Westseite der Elbe, bei dem sich auch ein Verbandplatz befindet.
5. Ich habe mir lange überlegt, ob ich das jetzt schreibe (Spaßbremse  :pffft:), aber ehrliche Meinung gefällig? Der Gesichtsausdruck des "Soldaten" auf dem Foto schaut für mich nicht nach Hoffnung - endlich vorbei - überlebt - aus ... vielmehr sieht er mir aus, als wäre da gerade (s)eine Welt zusammengbrochen. Ich gehe aber sicher davon aus, dass Du deinen ersten Eindruck in das Dio legen wirst. 

Gruß
Jürgen  :winken:   
« Letzte Änderung: 08. Oktober 2019, 16:06:08 von f1-bauer »

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #10 am: 08. Oktober 2019, 20:25:46 »
Hallo Sascha,

katzerlmachen kann man etwa mit "es geht schnell voran" übersetzten  :6:

Mit den Pappdeckeln würde ich nach Fertigstellung des Treppenhauses testen wie beengt es wirkt, wenn man damit Wände und Decke simuliert.
Der Betrachter kann dann nur von vorne auf die Szene schauen, was durch die Enge vielleicht eine sehr bedrückte Stimmung verursacht.

Mit schönem Gruß
Christoph

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #11 am: 08. Oktober 2019, 21:52:46 »
Hallo Martin,

ich tu mich mit schwarz-weiß Fotos meist sehr schwer. Für mich sieht er nach Zivilst aus, der Mantel könnte, wie F1-Bauer bereits geschrieben hat, militärisch sein. Aber die Hose ist zu dunkel für "feldgrau", also vielleicht jemand von einer Panzerbesatzung.

Ich bleib hier dran, ich bin gespannt wie es weitergeht, der Gefangene gefällt mir bis jetzt super.

Viele Grüße
Andreas

coporado

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #12 am: 09. Oktober 2019, 07:15:04 »
Moin

Uwe - schön das du mit dabei bist!  :P

könnte es auch in die Richtung Letztes Aufgebot, also Volkssturm bei den Personen gehen? Ich glaube, die sind ja auch in zivilen Klamotten rumgerannt, zumindest teilweise.

Andreas - Volkssturm - obwohl in Magdeburg im letzten Aufgebot zur Verteidigung herangezogen - halte ich, nach weiterem Betrachten und den Ausführungen von Jürgen (@f1-bauer), doch eher für unwahrscheinlich. Das was er drunter trägt, sieht doch zu sehr nach Uniform aus (Kragen, Knöpfe und auch farbliches Zusammenspiel mit dem Mantel). Weiterer Punkt ist das von marjac99 angesprochene Alter, passt nicht wirklich in den Volkssturm. Es sei denn die Unabkömmlichen aus der Fabrik, wobei das zu dem Zeitpunkt auch fraglich ist (die waren mit ziemlicher Sicherheit schon eingezogen).

ich denke, dafür sieht der Mann zu jung oder zu alt aus. Will sagen, er passt höchstens in Aufgebot II, wo eigentlich wehrpflichte Männer drin waren, die aber beruflich unabkömmlich waren.

Sehe ich auch so, das Alter passt nicht. Sieht eher nach "regulär" eingezogenem Soldaten aus.

Ich würde mich nicht so sehr auf das Foto fokussieren. Die Mimik deiner Figur sagt alles aus, was wichtig ist. Ob das nun in einem Treppenhaus oder Bunker ist, ist IMHO zweitrangig.

Jein - einerseits geht es mir erstrangig um die Stimmung, zweitrangig will ich aber doch so nah wie möglich am Foto bleiben. Der Treppenaufgang in einem Haus ist gesetzt, das ist m.E. eindeutig.

bei Dir kommt man ja kaum zu Atem  :5:. Gerade ist die Bruchlandung in der Galerie, schon werkelst Du am nächsten Thema  8o

Willkommen an Board, Jürgen  :P Oha wirkt sich das negativ auf deine "Modellbau/ Life - Balance" aus?  :7: Das war nicht meine Absicht, ich empfehle da hopfenlastiges Kaltgetränk bei weiterer Teilnahme hier  :6:

Ich habe mir natürlich das Foto schon angeschaut und auch das historische Umfeld der "Letzten Kampfhandlungen in Magdeburg" (ja, ja, ich habe die Stelle im Nexusboard schon gefunden. Leider sind dort die Fotos alle entfernt worden).

Sehr gut, hatte den Thread dort schon durchforstet, leider keine weiteren Angaben zum Ort des Geschehens. Bist du dort registriert? Fotos sind größtenteils nur mit Registrierung sichtbar.

1. Das ist eindeutig in einem Treppenaufgang, die Personen kommen die Treppe herunter, der GI empfängt sie unten.

Jepp der Überzeugung bin ich, wie die Kollegen hier und im Nexusboard, auch.  :P Es wird wohl ein Treppenaufgang in einem Haus sein, m.E. definitiv kein Bunker.

2. Die Person im Hintergrund trägt m.E. einen weißen Arztkittel über einer Uniform. Es ist ein Kragenspiegel zu erkennen, aber leider nicht zu identifizieren. Er hat ein m.E. blutverschmiertes oder groß kariertes Handtuch in der Hand.

Jein - ich halte ihn für einen Ami der einen hellen Mantel trägt, wie der Kollege auf der Boxart der Ami´s von Dragon (siehe Link) oben. M.E. trägt der Mann dunkle Handschuhe, was gegen einen Arzt, der gerade behandelt hat, spricht. Das Tuch könnte auch die "weiße Fahne" sein, die er eingesammelt hat.
Für deine These spricht allerdings die "Farbe" der Uniform, die eher zum Deutschen passt, als zum Ami. Für das Projekt aber auch nicht entscheidend, da er nicht mit von der Partie ist in der Szene.

3. Die Person im Vordergrund trägt m.E. eindeutig Uniform und Uniform-Mantel. Unter dem Kinn ist m.E. sogar Lametta erkennbar. Der Soldat ist m.E. kein einfacher Landser. Dafür ist er mir zu dem Zeitpunkt (17./18.04.1945) zu sauber rasiert und zu sauber gekämmt. Mantel und Uniform sind auch ziemlich sauber. An den Schulterklappen des Mantels ist ein heller Rand erkennbar, also m.E. Dienstgrad Uffz aufwärts. Für mich vom Gesamthabitus eher ein Offizier im Alter mitte Zwanzig. Der Mann ist gerade eben leicht verwundet worden. Blut läuft am rechten Arm entlang, es ist an seiner rechten Seite Blut auf Kragen und Revers des Mantels erkennbar. Der Mann presst mit seiner rechten Hand ein Verbandspäckchen, Verbandsmull oder ein zusammengeknülltes weißes Tuch gegen die Region rechte Wange, rechtes Ohr, rechte Halsseite. Möglicherweise hat ihn der Arzt gerade versorgt oder wollte das gerade tun, als sie von den Amerikanern überrascht wurden.

Für den Offiziersrang sprechen Alter und "Zustand" der Person (gekämmte Haare, rasiert). Schaut man sich die eingesetzten Einheiten zur Verteidigung Magdeburgs an, könnten allerdings auch die Mannschaften in recht gutem Zustand gewesen sein.
Auszug aus "Stunde 0 in Magdeburg" (http://magdeburgum-theatrum.de/stunde-0-in-magdeburg-1945/)

Nachstehende Einheiten sollten die Verteidigung der Stadt sichern:

    das 48. und 49. Festungsregiment mit je 2 Bataillonen
    das Pionier-Bataillon 4 (2 Marsch- und 1 Genesenenkompanie)
    3. Artillerie-Abteilung (10,5 cm Flak, 15 cm Feldhaubitzen, 7,5 cm Infanterie-Geschütze)
    Ersatzabteilung des 497. Infanterie-Regiments Bernburg in Magdeburg
    Reichsarbeitsdienst-Abteilung (RAD)
    Landesschützenbataillon 704
    Magdeburger Volkssturmeinheiten (in unbekannter Stärke)
    ca. 800 Angehörige der Hitler-Jugend-Banns 26
    1 OT-Regiment 116 (Organisation Todt)
    einzelne Einheiten der Waffen-SS
    1 Kompanie Honved-Truppen (Ungarn)
    Teile der Sturmgeschützschule Burg (zeitweilige Unterstellung/ Anzahl der Sturmgeschütze unbekannt)

Puh Lametta unter dem Kinn erkenn ich da nicht, ein Knopf ist eindeutig zu sehen, der Rest ist m.E. zu undeutlich im das was konkretes zu erkennen. Die hellen Streifen auf den Schulterklappen des Mantels können m.E. auch der Bildqualität geschuldet sein. M.E. würde sich die weiße Einfassung/ die weißen Streifen deutlicher vom Rest abheben.
Das mit der Verwundung hatte ich gar nicht gesehen, passt aber 100%, man sieht auch noch ein Stück des Tuches/ Kompresse in der rechten Hand --> Adlerauge!  :P
Auf der linken Gesichtshälfte ist auch ein dunkler Fleck zu sehen, ggf. auch Verwundung oder auch nur Dreck. Könnte ein schönes Detail an der Figur werden  :P

4. Ort ist vielleicht eine Verteidigungsstellung oder ein Gefechtsstand in einem Haus auf der Westseite der Elbe, bei dem sich auch ein Verbandplatz befindet.

Sowohl als auch möglich - Widerstandsnester in (teilweise noch bewohnten) Häusern wurden in vielen Zeitzeugenberichten erwähnt.

5. Ich habe mir lange überlegt, ob ich das jetzt schreibe (Spaßbremse  :pffft:), aber ehrliche Meinung gefällig? Der Gesichtsausdruck des "Soldaten" auf dem Foto schaut für mich nicht nach Hoffnung - endlich vorbei - überlebt - aus ... vielmehr sieht er mir aus, als wäre da gerade (s)eine Welt zusammengbrochen. Ich gehe aber sicher davon aus, dass Du deinen ersten Eindruck in das Dio legen wirst.   

Aber bitte immer doch, darum hatte ich ja im Eröffnungspost gebeten! Finde es hochinteressant andere Meinungen/ Interpretationen zu hören und dadurch vielleicht nochmal andere Denkanstöße/ Inspiration für´s Dio zu bekommen  :P
Und deine Interpretation stellt das ja gleich unter Beweis. Dazu würde auch der Offiziersrang passen, ein Lamettahengst, der noch an den "Endsieg" geglaubt hat.
Den Titel Hoffnung !? hatte ich bewußt mit den Satzzeichen gewählt, da der Ausdruck für mich eine Mischung aus - "was werden die Amis jetzt mit mir anstellen - überlebe ich das" und "es ist vorbei und ich bin da halbwegs heil rausgekommen", ist.
Dazu würde eher der Mannschaftsgrad passen und deshalb hatte ich auch überlegt einen weiteren Ami in Blickrichtung des Deutschen zu stellen, der ggf. noch die Waffe im Anschlag hat.

katzerlmachen kann man etwa mit "es geht schnell voran" übersetzten  :6:

Ist notiert!  :7:

Mit den Pappdeckeln würde ich nach Fertigstellung des Treppenhauses testen wie beengt es wirkt, wenn man damit Wände und Decke simuliert.
Der Betrachter kann dann nur von vorne auf die Szene schauen, was durch die Enge vielleicht eine sehr bedrückte Stimmung verursacht.

Gute Idee! Das behalte ich mir mal Hinterkopf und probiere das aus, sobald die Base steht  :P

Aber die Hose ist zu dunkel für "feldgrau"

Nach weiterem Betrachten des Fotos nicht unbedingt, passen Mantel und Hose doch an den gleich belichteten Stellen ganz gut zusammen. Wie du schon sagtest, s/w- Bilder sind da tückisch.
Gruß
Sascha  :winken:

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #13 am: 13. Oktober 2019, 16:42:04 »
Moin,

die Figuren pausieren gerade, da für die weitere Bearbeitung noch Werkzeug benötigt wird. Die Wartezeit überbrücke ich mit dem ersten Teil der Base. Ich wollte gerne das Treppenhaus darstellen, also etwas Holz beschafft und los gings.

Habe als erstes die Treppe auf das Balsaholz aufgezeichnet. Um den leichten Überstand jeder Trittstufe über die Setzstufe halbwegs gleichmäßig hinzubekommen, habe ich mir aus Holz einen kleinen Anschlag geklebt. Diesen mit doppelseitigem Klebeband fixiert, konnte ich die Teile gut und einigermaßen winklig zusammensetzen.

Bei der Montage der Treppe haben Legosteine gute Dienste geleistet. Ganz winklig ist es mir dann doch nicht gelungen, das sollte aber mit etwas Schleifpapier auszugleichen sein.

Als nächstes folgt die Verkleidung der linken Seite + Handlauf und auf der rechten Seite das Einpassen in die Hauswand.

Gruß
Sascha  :winken:

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Re: Hoffnung!? Magdeburg im April 1945 - Stalingrad/ Dragon 1/35
« Antwort #14 am: 14. Oktober 2019, 00:16:59 »
Eine schöne Treppe!  :klatsch:
lieben Gruss,

Martin
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